Halo 5: Guardians

Halo 5: Guardians

Genre: Ego Shooter

Plattform: Xbox One

Mehrspieler: 2 – 4 Spieler Coop, diverse kompetitve Modi

Erhältlich bei: Amazon

Als 2012 343 Industries die Halo Franchise übernahm, war die Spielergemeinde skeptisch, wie sich die Veränderung auf die Serie auswirken wird. Immerhin wurde Halo schon immer von Bungie entwickelt und betreut. Um so größer war die Überraschung vieler, das Halo 4 trotz des Studio Wechsels ein fraglos gutes Spiel wurde, dass auch von den Kritikern durchweg positive Bewertungen einheimste. Was folgte war ein kommerzieller Erfolg.

Drei Jahre später übernahm 343 Industries die Aufgabe, das erste Spiel der Franchise (Halo: Master Chief Collection) für die Next-gen zu Entwickeln. Das Ergebnis fiel zwar überwiegend positiv aus, wobei insbesondere das komplett überarbeitete Halo 2 heraus stach, doch erstmalig gab es auch negatives Feedback der Fangemeinde. Der Auslöser dafür waren Probleme im Multiplayer Modus, die erst nach zahlreichen Patches behoben werden konnten.

Man könnte deshalb mutmaßen, dass die Ungereimtheiten der Halo: MCC letztlich dazu beitrugen, dass die Veröffentlichung von Halo 5: Guardians so reibungslos ablief. Immerhin wurde der Titel konträr zur MCC ausgiebig in publikumswirksamen Multiplayer-Betas getestet. Andererseits kam Halo 5: Guardians auch eine wesentlich wichtigere Aufgabe als der MCC zu, weshalb das Spiel letztlich auch einen höheren Stellenwert als diese besitzt. Denn Halo 5: Guardians soll die Franchise umfassend modernisieren. Erreicht werden soll diese durch eine filmreife Kampagne die einerseits zwar bekannte Charaktere wie den Masterchief in Szene setzt, andererseits aber einen neuen Protagonisten in den Mittelpunkt stellt. Auch beim Mehrspieler Modus muss man sich auf Änderungen einstellen. Denn das gewohnte Halo Spielgefühl wird durch die neu hinzugekommenen Schubdüsen etwas beschleunigt, was wohl CoD-Spieler dazu ermutigen soll, der betagten Franchise eine Chance zu geben.

Handlung

Die Kampagne von Halo 5 besitzt zwei Handlungsstränge, die nach und nach zusammengeführt werden. Zum einen schlüpft man in die Rolle des Blauen Teams, das sich aus dem Master Chief und drei anderen Spartatern zusammensetzt. Zum anderen verfolgt das Geschehen um das Fireteam Osiris, welches vom Spartner Jameson Locke angeführt wird.

Anfänglich untersucht das Blaue Team auf Weisung der UNSC, ein verlassenes Schiff, an dem auch die Allianz interessiert ist. Dort angekommen, wird der Master Chief von einem Ihm unbekannten Alien kontaktiert, der augenscheinlich im Auftrag Cortanas handelt. Das veranlasst den Master Chief, seine Befehle zu missachten, um herauszufinden, was es mit dem Gesandten auf sich hat. Team Osiris hingegen befindet sich zu Beginn auf der Mission, Dr. Halsey vor der Allianz zu retten, wird im Anschluss jedoch ausgesendet, den Master Chief unter allen Umständen zurückholen.

Einerseits ist die Geschichte von Halo 5 logisch aufgebaut was es einfach macht die Motive der Protagonisten nachzuvollziehen. Anderseits nimmt die Komplexität der Handlung im Laufe des Spiels zu, da Bezug auf Geschehnisse in der Vergangenheit der Serie genommen wird, was sich speziell dann bemerkbar macht, wenn (bekannte) Charaktere in Erscheinung treten ohne vorgestellt zu werden. Da Halo mittlerweile aber neun Spiele, sowie diverse Bücher, Filme und Serien umfasst, wären mehr Erklärungen an einigen Stellen wünschenswert gewesen. Denn nur die wenigsten Spieler, dürften alle Ereignisse der Franchise im Kopf haben.

Halo 5 Guardians Panorama Halo 5 Guardians Water

Dafür dass es sich bei Halo 5 um einen Ego Shooter handelt, kommt der Entwicklung der Charaktere vom Team Osiris erstaunlich viel Aufmerksamkeit zu. Trotzdem wünscht man sich stellenweise mehr Tiefgang. Beispielsweise dann, wenn andere Charaktere die Vergangenheit von Locke beleuchten, dieser aber nur spärlich reagiert oder das Thema abwürgt. Das Team vom Master Chief hingegen, bleibt durchweg blass. Wie es entstand und weshalb der Chief plötzlich Weggefährten hat bleibt offen. Das liegt sicherlich aber auch daran, dass man in nur wenigen Missionen das Team des Chief´s begleitet, da sich nunmal im Team Osiris die neuen Hauptcharaktere befinden. Anderseits besitzt das Halo-Universum mittlerweile eine beachtliche Komplexität, weshalb es im Laufe der Kampagne notwendig ist, für Neueinsteiger Erklärungen vorzunehmen, die wiederum auch zulasten des Chief gehen, da ansonsten der Umfang von Halo 5: Guardians, dass sowieso schon das längste Spiel der Franchise ist, noch mehr zunehmen würde.

Gameplay

Spielerisch gesehen ist die Kampagne sehr actionlastig, was aber nicht negativ ist, weil die Feuergefechte viel Spaß machen und sehr vielseitig sind. Zum einen, da man ständig mit anderen Waffen oder Fahrzeugen hantiert. Zum anderen da die Schlachtfelder riesig und häufig Schauplatz opulenter Massenschlachten sind. Positiv ist dabei auch, dass man im Laufe der Kampagne verschiedene Planeten, respektive Schauplätze besucht, die sich stark voneinander unterscheiden. Mal ist man in einer steinernen Einöde unterwegs, ein andermal in einem Naturparadies. Allen Umgebungen gemein ist aber, dass sie verglichen zu Halo 4 – das eigentlich schon ein Hingucker war – nochmals merklich an Qualität zugelegt haben. Dabei stechen insbesondere die Texturen und Animationen hervor, die wesentlich detaillierter wirken.

Halo 5 Guardians Nature

Halo 5 überlässt es Euch, ob Ihr die Kampagne mit drei Freunden oder KI-Bots bestreitet. Spielt man mit letzteren, machen diese Ihren Job sogar erstaunlich gut und führen auf Weisung gar Befehle wie „wiederbeleben“, „einen markierten Gegner angreifen“, oder „Fahrzeug bemannen“ aus. Natürlich gibt es trotzdem Situationen, wo die Bots gewaltigen Mist bauen und in Ihr eigenes Verderben rennen. Doch in den meisten Situationen sind sie in der Lage sich zu behaupten oder tatsächlich nützlich zu sein.

Die Levels von Halo 5 sind deutlich größer geraten, als die der anderen Titel, wovon das Spiel aber letztlich profitiert. Denn kombiniert mit der verbesserten Beweglichkeit Eures Spartaners, der nun sogar in der Lage ist zu klettern, kann man das Schlachtfeld wesentlich vielseitiger nutzen. Gegner können somit problemlos flankiert oder von Anhöhen attackiert werden. Das funktioniert insbesondere im Co-Op Modus gut, wenn man sich abspricht und aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig angreift. Speziell auf höheren Schwierigkeitsgraden zahlt sich das aus, da hier die Gefechte aufgrund widerstandsfähigerer Gegner länger dauern und auch spürbar härter sind. Bemerkbar macht sich in Halo 5 aber auch die deutlich höhere Anzahl an Figuren, die gleichzeitig im Spiel agieren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man mit mehr als 10 Mitgliedern der UNSC unterwegs ist und während dessen Horden an Feinden bekämpft. In Kombination mit dem orchestralen Soundtrack, versinkt man dabei völlig im Spiel und genießt einfach das Ambiente. Das die Atmosphäre von Halo 5: Guardians so dicht ist, kann man aber auch auf die fulminant inszenierten Sequenzen zurückführen, die großartig aussehen und den Zuschauer neugierig auf das Universum des Spiels machen.

Halo 5 Guardians Sequence

Halo 5 Guardians GunsSowohl in Einzel- als auch Mehrspieler Modus läuft Halo 5 konstant flüssig mit 60 frames. Resultierend daraus, überzeugt das Spiel in jeder Situation mit einer hohen Responsivität. Selbst Schlachtfelder, mit einem hohen Detailgrad und einer beeindruckenden Weitsicht wie Sanghelios haben keinen negativen Einfluss auf das Spielgeschehen. Verglichen mit den vorherigen Halo Teilen, fühlt sich Halo 5 aber auch deutlich schneller an, da die Beweglichkeit der eigenen Figur verbessert wurde. Diese kann nun Sprinten und Klettern, was die Gefechte abwechslungsreicher macht, da sich durch diese Fähigkeiten neue Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten ergeben. Um das ganze abzurunden, bekam der Spartan auch neue Nahkampfattacken, wie beispielsweise den ground-pound spendiert, was sowohl den Nahkampf vielseitiger macht als auch den Fernkampf. Denn in Verbindung mit den Schubdüsen können nun kurze Entfernungen problemlos überbrückt und für eine mächtige Schulterattacke genutzt werden. Der Spartaner fühlt sich durch diese Veränderungen nun tatsächlich wie die mächtige Kriegsmaschine an, die er verkörpern soll.

Fazit

Mit Halo 5: Guardians hat 343 Industries bewiesen, dass es in der Lage ist ein sehr gutes Spiel abzuliefern. Dieses hat zwar nicht so starke Auswirkungen wie damals das Original auf das Genre, ist aber zumindest würdig den guten Namen der Franchise zu tragen. Die Kampagne des Spiels ist actiongeladen, führt Euch durch verschiedene wunderschöne Gebiete und überzeugt mit einer Hollywoodreifen Inszenierung. Der Multiplayer Modus hingegen macht viel Spaß und fühlt sich aufgrund der vielen sinnvollen Verbesserungen wesentlich dynamischer und actionreicher als seine Vorgänger an. Letztlich schließt das Spiel aber dadurch nur zu den derzeit prägenden Shootern des Genres auf, die diese Spielweise nun mal wieder populär machten.4.5 von 5

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *