Battle Worlds: Kronos

Battleworld Kronos

Plattform: PC, Xbox One

Genre: Rundenstrategie (TBS)

Erhältlich bei: Amazon

Battle Worlds: Kronos ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, das von King Art Games entwickelt wurde. Die Finanzierung des Spiels lief zum Großteil über Kickstarter, wobei es sicherlich hilfreich war, dass der Titel als geistiger Nachfolger zu Battle Isle 2 gilt. Genretypisch ist Battle Worlds: Kronos ein sehr umfangreiches Spiel, dass zuhauf Content zur Verfügung stellt, der sowohl alleine als auch mit anderen Spielern bestritten werden kann. Neben einem Tutorial, einem Skirmish Modus und einer Kampagne, stehen dabei auch diverse online Features zur Verfügung. Allen Modi gemein ist jedoch die steile Lernkurve, die dem Spiel in der Community die ironische Bezeichnung „Dark Souls des TBS“ einbrachte.

Gameplay

Rundenbasierte Strategiespiele konzentrieren sich meistens entweder auf den Aufbau- oder den Kampfpart. Titel wie Age of Wonders, die beide Bereiche detailliert abbilden, sind selten. Auch Battle Worlds: Kronos konzentriert sich nur auf eines der beiden Spielelemente. Nämlich den Kampfpart. Doch dieser ist rundum gelungen und macht viel Spaß. Einerseits dank der ausgereiften Spielmechanik und andererseits wegen des anspruchsvollen strategischen Parts.

Ähnlich wie Nectaris kommt bei Battle Worlds: Kronos ein System zum Einsatz, dass den Angreifern Boni spendiert, wenn das Ziel umzingelt ist. Zudem kann jede Einheit zwei Aktionen (Bewegen, Angreifen, Spezialaktion und Joker) pro Zug durchführen, wobei es meistens dem Spieler überlassen bleibt welche. Besonders interessant ist hierbei der Joker, der als zusätzliche Bewegung oder Attacke genutzt werden kann. Manche Einheiten können gar mehrere Joker pro Runde einsetzen, was besonders viel Flexibilität in der derzeitigen Kampfsituation gewährt.

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In Battle Worlds: Kronos bekriegen sich zwei unterschiedliche Fraktionen. Diese greifen auf ein Repertoire von 40 Einheiten zurück, die in die Kategorien Infanterie, leicht, mittelschwer und schwer gepanzert, Luft und Wasser unterteilt sind. Genretypisch besitzt dabei jede Einheit individuelle Vor- und Nachteile. Ein klassisches Stein-Schere-Papier Prinzip bringt weitere Komplexität ein, da zu jeder Einheit ein Gegenpart existiert, gegen den keinerlei Chancen bei einer direkten Konfrontation bestehen.

Interessant geraten sind auch die Spezialfunktionen, wie beispielsweise die Möglichkeit der Infanterie, Gebäude zu erobern oder zu bemannen. Was letztlich dazu führt, dass jede Einheit eine Daseinsberechtigung hat. Ein Erfahrungssystem motiviert zusätzlich, dass man bemüht ist, keinen Trupp zu verschwenden, da bei einem Levelaufstieg weitere Fähigkeiten freigeschaltet werden. Diese sind breit gefächert und animieren dazu, dass man Einheiten auf bestimmte Funktionen, wie beispielsweise das auskundschaften (z.B. erhöhte Sichtweite), spezialisiert.

Mit gemischten Gefühlen betrachte ich die Entscheidung der Entwickler eine Nachschubfunktion zu implementieren. Diese sorgt zwar dafür, dass Artillerie und Lufteinheiten nicht zu stark geraten, da erstere nur endliche Munition und letztere endlichen Treibstoff besitzen, verursachen aber andererseits auch massiv Mikromanagement das nur wenig Spaß macht. Immerhin entfällt dieses bei dem Großteil der Einheiten. Doch eine Beschränkung – beispielsweise auf den Multiplayer Modus – hätte hier gut getan. Denn mir persönlich macht es nur wenig Spaß Einheiten immer wieder aufzupeppeln.

Kampagne

Auf den ersten Erblick erscheint die Kampagne kurz, da nur 13 Missionen bewältigt werden müssen. Doch jede der Missionen kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen, weshalb man durchaus 30-40 Stunden einrechnen kann, bis man den Abspann sieht. Die Missionen selber sind gerade anfangs ziemlich fair designt und geben auch Anfängern ausreichend Zeit sich in das Spiel einzuarbeiten. Doch bereits vor der Hälfte des Spiels zieht der Schwierigkeitsgrad massiv an und sollte selbst Genreveteranen vor Probleme stellen. Besonders hart dürfte es dabei Achievementjäger erwischen. Denn um 100% von diesen zu erreichen, muss jedes Level bewältigt werden, ohne Nachschub anzufordern, der ansonsten alle 10 Runden zur Verfügung steht. Gerade diese Funktion sorgt aber eigentlich dafür, dass man auch mal Fehler begehen darf. Etwas schade ist hierbei, dass nicht die Qualität der KI den Titel so schwer macht, sondern das Design der Missionen. Fast immer steht man einer riesigen Übermacht entgegen, die nur bezwungen werden kann, da die KI nie mit allen Einheiten auf einmal angreift. Immerhin warten in der Kampagne aber einige Überraschungen, wie beispielsweise eine Mission, in der sich zwei Kontrahenten bekriegen, die am Ende nur besiegt werden können, da sie sich zuvor gegenseitig schwächten.

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Multiplayer

Im Multiplayer Modus kann man zwischen zehn Karten wählen, die für bis zu vier Spieler entworfen wurden. Gegeneinander antreten kann man dabei via Hot-Seat an einem PC, oder per Internet. Hierbei kann sowohl asynchron (vgl. „Mail-Duell“) gegeneinander gespielt werden als auch gleichzeitig.

Fazit:

Battle Worlds: Kronos ist eine gelungene Hommage an klassische rundenbasierte Strategiespiele wie Battle Isle oder Panzer General, die den Fokus klar auf den Kampf legten. Dieser wurde vielfältig gestaltet und eröffnet dem Spieler zahlreiche Strategien, die zum Sieg führen können. Die grafische Präsentation ist absolut zeitgemäß und besitzt einen hohen Erinnerungswert. Einzig der fordernde Schwierigkeitsgrad und die langweilige Geschichte könnten bei manchem Spieler Grund zur Kritik geben.

4 von 5 grafik 3

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