Final Fight

Plattformen: Arcade, SNES, Sega CD, Game Boy Advance, X68000, Amiga, Atari ST, Commodore 64, Amstrad CPC, ZX Spectrum, PlayStation 2, Xbox, PSP, XBLA, PSN, WII Virtual Console

Erhältlich bei: Amazon (PS2 / SNES)

Double Dragon schlug 1987 wie eine Bombe ein und gehört seit dem zu den bekanntesten und ältesten Beat em Up-Spielen. Doch während Entwickler Technos Japan das bewährte Konzept mit jedem Teil über den Haufen warf und komplizierte Dinge implementierte wie z.B. Backward- und Reverse Attacks, schuf Capcom 1989 mit Final Fight einen Konkurrenten, der simpel aber trotzdem unterhaltsam war. Final Fight benötigt zum Spielen nur zwei Knöpfe. Einen zum Angreifen und einen zum Springen. Drückt man beide gleichzeitig, wird ein Special Move ausgeführt. Läuft man in Gegner hinein, wird ein Griff eingeleitet. Um Abwechslung und Spaß einzubringen, sind in den Leveln diverse Schlagwerkzeuge vorhanden, die allesamt schön animiert verwendet werden können. Diesem intuitiven Spielprinzip und der Simplizität war es zu verdanken, dass Final Fight 1989 zu einem der Überraschungshits avancierte.

Anfänglich war Final Fight als Street Fighter 89 in der Entwicklung und als Nachfolger von Street Fighter geplant. Doch nachdem in der Konzept Phase das Versus Spielprinzip verworfen wurde, verpasste Capcom dem Titel den Namen Final Fight und leitete somit eine eigenständige und neue Serie ein. Final Fight spielt in der amerikanischen Großstadt Metro City, die aufgrund seiner hohen Kriminalitätsrate von den Medien nur noch als Criminal City bezeichnet wird. Der neue Bürgermeister Mike Haggar, möchte diesen Umstand beseitigen und sagt der Gangsterwelt den Kampf an. Doch die Revanche folgt prompt. Gangster entführen seine Tochter Jessica und schicken Haggar eine Videonachricht mit Forderungen. Glücklicherweise ist Haggar ehemaliger Profiwrestler. Deshalb nimmt er die Sache mit seinem Schwiegersohn in spe Cody und dessen Kumpel Guy selber in die Hand und zieht aus, um Jessica zurückzuholen.

Final Fight 3 guyff2

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Haggar ist der Star von Final Fight und der einzige Charakter, der in jedem der Spiele einen Auftritt hat. Doch da sich Final Fight, mit Street Fighter im selben Universum befindet, sind andere Charaktere aus dem Spiel, in Street Fighter wählbar. So ist Cody in Street Fighter Alpha 3 und Street Fighter 4 wiederzufinden und Guy in allen Street Fighter Alpha Titeln sowie in Super Street Fighter 4. Auch diverse Bosse und Gegner aus Final Fight sind mittlerweile in Street Fighter vertreten. Sodom ist in Street Fighter Alpha 2 und 3 spielbar und Rolento in Street Fighter Alpha 2,3 sowie Super Street Fighter 4. Auch Andore, der in Final Fight nur ein normaler Gegner ist, hat seit Street Fighter 3 als Hugo immer wieder Auftritte in der Serie, neuerdings zusammen mit seiner Partnerin Poison, die ursprünglich ebenfalls ein normaler Gegner in Final Fight war.

Interessanterweise fand sich für Haggars andere Sidekicks aus Final Fight 2 und 3 wie Maki oder Carlos keine Verwendung mehr in anderen Capcom Titeln, was auch daran liegen könnte, dass Final Fight 2 und 3 exklusive SNES Titel waren und somit nie die Bekanntheit des Debuts erreichten. Im Falle von Final Fight 3 ist das etwas bedauerlich, da dieses das spielerische Highlight der Serie war.

Final Fight

Revolutionär an Final Fight war, dass die Unterschiede zwischen Haggar, Cody und Guy nicht nur kosmetischer Natur waren. So konnte der physisch eindrucksvolle Haggar verschiedene Griffe wie z.B. einen gewaltigen Piledriver ausführen, während Ninja Guy seine Schnelligkeit effektiv in Form von Schlägen und Sprungangriffen einsetzte. Allrounder Cody hingegen ist besonders gut im Ungang mit Messern, die häufig in den Leveln versteckt sind, aber auch diversen Gegnern entnommen werden können.

Final Fight ist ein typisches Arcade Spiel. Deshalb ist der Schwierigkeitsgrad hoch, damit der Spieler fleissig Münzen nachwirft. Es ist nicht ungewöhnlich, dass bis zu acht Gegner auf einmal bekämpft werden müssen. Hat man Pech mit der Positionierung, wenden diese Stunlocks an, aus denen man sich nur mit dem Special Move befreien kann, der aber voraussetzt, dass man etwas vom eigenen Leben opfert. Eine weitere Herausforderung im Spiel sind die Bosse. Diese verfügen über Moves, die bei einem Treffer den Lebensbalken um bis zu 50% reduzieren. Konter sind hier nur mit perfekten Timing möglich, da die Bosse während dem ausführen Ihrer Moves fast durchgehend unverwundbar sind.

In Final Fight spendiert ein Credit zwei Lebensbalken und diese sind schnell aufgebraucht. Glücklicherweise können Extraleben durch das erreichen bestimmter Punktzahlen erreicht werden – sofern diese Option vom Besitzer aktiviert wurde. Um Anreize zum nachwerfen zu schaffen, werden Gegner beim wiederbeleben des Spielers umgeworfen und erleiden zudem etwas Schaden. Braucht der Spieler einen Credit auf, wird eine Animation eingespielt, die den Charakter des Spielers gefesselt vor einer brennenden Stange Dynamit zeigt, die beim Ablaufen der Zeit explodiert. Eine Rettung ist hier nur durch Münzwurf möglich. Es ist zwar etwas perfide an das Mitleid des Spielers zu Appellieren, aber effektiv. Die Arcade Version von Ninja Gaiden griff diese Idee auf und gestaltete die Todesart sogar noch gemeiner um, und involviert eine Kreissäge statt des Dynamits.

Eine der lustigsten Szenen in Final Fight, lässt Euch in einer Bonusrunde, dass Auto von einem der Gegner zerstören. Seid Ihr erfolgreich, kommt der Besitzer zurück und ruft in einer schrillen Tonart „Oh My God!“ aus und fängt auf den Knien zu weinen an. Diese Szene war beim Publikum so populär, dass sie seit Street Fighter 2 fester Bestandteil in der Serie ist.

Die bekannteste Version von Final Fight ist die für das Super Nintendo. Bedauerlicherweise war eine Portierung nur mit gewaltigen Abstrichen möglich. So sind einige Animationen entfernt worden und kleine Ingame Cut-Szenes wie z.B. das Springen durch Türen, oder das werfen des Spielers in den Ring durch Andore fehlen. Die vierte Stage, in der Ihr gegen Rolento antretet, wurde sogar komplett gestrichen. Auch auf Seiten des Gameplays sind einige Anpassungen zu finden. So ist ein fortschreiten im Level nur möglich, wenn alle Gegner im derzeitigen Screen besiegt wurden. Und auch Guy fiel der Schere zum Opfer, was zur Folge hatte, dass Capcom ein Spin-of namens Final Fight Guy veröffentlichte, dass statt Haggar und Cody, Haggar und Guy ins Rennen schickt. Final Fight Guy, war jedoch nur in Amerika erhältlich. Am bedauerlichsten ist, dass der Zweispieler Modus in der SNES Version fehlt. Bei einem Spiel, dass von der Interaktion mit dem Mitspieler lebt, eine wirklich drastische Entscheidung, die nur dadurch zu erklären ist, dass der Titel einer der ersten von Capcom für das SNES war und diese zum damaligen Zeitpunkt mit der Technik noch nicht zurecht kamen, oder unter Zeitdruck standen. Denn alle Nachfolger verfügen über einen Coop Modus.

Final Fight 3 Lucia

Final Fight ArcadeFinal Fight SNES Cover

 

Auffällig ist auch, dass die Gegnerzahl von acht auf drei heruntergeschraubt wurde. Was jedoch seine guten Seiten hat. Denn das Spiel ist nun etwas einfacher als die heftige Originalversion. Doch Capcom wollte das Spiel nicht zu einfach machen. Deshalb werden Gegner nicht mehr umgeworfen, wenn man ein Leben verliert. Zudem muss man das Level beim nutzen von einem der limitierten Credits von vorne beginnen, was insbesondere in den sehr langen späteren Stages frustrierend ist. Da es auf dem SNES üblich war, dass Nintendo jedes der veröffentlichten Spiele überprüft, kam es zu einigen Anpassungen. So wurde „Damnd“ in „Trasher“ umbenannt und „Sodom“ zu „Katana“. Bei den aufsammelbaren Gegenständen wurde der Whiskey gestrichen und alle weiblichen Charaktere wie Poison sind nun Männer. Zudem flucht in der Bonusrunde der Gegner nicht mehr und ruft anstelle „Oh my God“, „Oh my Car!“ aus.

Wesentlich besser als der SNES Port ist der für das Sega CD. All der Content der auf dem SNES gestrichen wurde, ist hier enthalten. Darüber hinaus wurde der Fassung ein Time Attack Mode spendiert, in dem soviele Gegner wie möglich besiegt werden müssen. Der Time Attack Mode verfügt sogar über einen neuen Hintergrund. Das Intro der Sega CD Fassung wurde komplett vertont und ist sogar länger als das, der Originalversion, da es zusätzlich einige der Gegner des Spiels vorstellt. Um die CD auszunutzen, besitzt das Spiel auf Seiten der Musik einen hochwertigeren Remix des Soundtracks. Negativ an der Sega CD Fassung ist einzig die Grafik, welche mit 64 Farben auskommen muss.

Final Fight wurde wie viele andere Arcade Games der 80er von U.S. Gold lizensiert und später auf den Heimcomputern veröffentlicht. Ungewöhnlich ist an diesen Fassungen, dass nur ein Knopf belegt ist, selbst wenn man mit der Tastatur spielt. Das macht das spielen wesentlich komplizierter, da nur geschlagen werden kann, wenn der Charakter still steht. Ansonsten wird ein Sprung ausgeführt. Doch dafür können die Computer Fassungen bieten, was auf den Konsolen Versionen fehlt: Einen Coop Modus, sowie alle drei Charaktere. Auf Seiten der Grafik kommen diese Versionen der Originalfassung am nähesten. Einschränkungen gibt es hier lediglich bei den Status Balken, die mit einem schwarzen Hintergrund versehen wurden. Gameplayseitig wurden die zerstörbaren Objekte entfernt. Stattdessen liegen Gegenstände einfach auf dem Boden. Was die Soundqualität angeht, wurden dafür immense Abstriche gemacht. So bietet die Amiga Version nur Soundeffekte und die des Atari ST ein kurzes Audio Loop.

Final Fight 3 roster

Snapshot(31) Snapshot(30)Die C64 Version ist durchwachsen. Spielerischerseits wurde der Coopmode beibehalten und alle vom Original bekannten Charactere sind anwählbar. Auch die Bonuslevel wurden implementiert. Dafür müssen C64-Spieler sehr starke Abstriche bei der Spielgrafik in Kauf nehmen, vor allem bei den wesentlich kleineren Sprites. Die Hintergrundgrafik dagegen macht einen recht gelungenen Eindruck. Dafür wurden die Soundeffekte auf ein Minimum an Geräuschen reduziert. Aufsammelbare Waffensprites werden teilweise mit weißen Hintergrund angezeigt, was wie ein Grafikbug wirkt.
Wie auf dem SNES ist es aus technischen Gründen auf dem C64 nicht möglich, eine größere Anzahl an Gegnern gleichzeitig darzustellen. Auch die aus der Arcadevorlage bekannten Animationen, bei denen zum Beispiel Gegner, ins Bild hüpfen, aus der Hintergrundgrafik heraus den Kampfschauplatz betreten, oder auf U-Bahn-Plätzen sitzen, bevor sie ins Geschehen eingreifen, fehlen.

Viele alte Titel von Capcom, wurden auf dem Game Boy Advance neu aufgelegt. Auch Final Fight. Die Gameboy Fassung enthielt dabei all die Dinge, die bei der SNES Version gestrichen wurden. So sind alle drei Charaktere wählbar, es kann gemeinsam gespielt werden (Voraussetzung: Zwei Kasetten) und die Transmission Cut Scenes sind wieder enthalten. Zudem wurden der Gameboy Fassung einige Neuerungen spendiert. Zwischen den Leveln kann nun gespeichert werden und es sind verschiedene Kostüme freischaltbar, sowie die alternativen Street Fighter Alpha Versionen von Cody und Guy. Negativ hingegen ist der stark beschnittene Soundtrack, sowie die gegenüber der Verpackung hässlicheren Charakterportraits.

Emulator Fassungen

Die Original Version von Final Fight, wurde erstmalig auf der PS2, Xbox und PSP als Teil der Capcom Classics Collection wiederveröffentlicht. Es folgte ein weiteres Comeback, auf XBLA und PSN, in einem Bundle mit Magic Sword unter dem Titel Final Fight Double Impact. Diese Version ist die beste von Final Fight. In Double Impact können verschiedene Filter und Resizing Optionen an- und abgeschaltet werden. Zudem gibt es einen Fake CRT Modus, in dem emuliert wird, dass man sich vor einem echten Automaten befindet. Dem Spiel wurden außerdem ein Online Multiplayer- und Time Challenge Mode spendiert. Für die Virtuelle Konsole des WII, ist leider nur die SNES Version erhältlich.

Mighty Final Fight  NES

Als 1991 das Super Nintendo erschien, wurde das NES von den meisten Publishern nicht mehr unterstützt. Capcom war hierbei eine Ausnahme und veröffentlichte eine Special Version von Final Fight, unter dem Titel Mighty Final Fight für das NES. Diese Version griff aufgrund der technischen Limitierung auf kleinere Sprites der Charaktere zurück, spielte sich dafür aber flüssig. Mighty Final Fight spielt sich in etwa wie die ursprüngliche Arcade-Version, verleiht dem Gameplay aber etwas mehr Tiefe durch ein Erfahrungssystem, mit dem die Fähigkeiten der Charaktere gesteigert werden können. Diese Idee wurde in Final Fight One für den GBA nochmals aufgegriffen. Mighty Final Final wurde 2006 dem Capcom Classics Mini-Mix beigefügt, der für den GBA erschien.

Final Fight 2 – SNES, WII Virtual Console (1993)

Final Fight 2 intro Snapshot(31) Final Fight 2 logo

In Final Fight 2 kehrt die Mad Gear Gang zurück und entführt dieses mal Guys Meister Genryusai und dessen Tochter Rena. Haggar begibt sich mit Renas Schwester Maki und seinem Lehrling Carlos auf die Suche, um der Mad Gear Gang ein für alle mal das Handwerk zu legen. Final Fight 2 streicht Cody und Guy aus dem Roster und ersetzt diese durch Maki (die etwas an Mai Shiranui aus KoF erinnert) und Carlos (08/15 Ninja). Spielerisch ist Final Fight 2 sehr ähnlich zu seinem Vorgänger. Ermöglicht es aber endlich, dass auch auf dem SNES zu zweit gespielt werden kann.

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Da Final Fight 2 in verschiedenen Ländern stattfindet, ist die Kulisse abwechslungsreicher als beim Vorgänger. Zudem ist das Gegnerdesign vielfältiger und den Kulissen angepasst. Rolento und Andore sind die einzigen Feinde, die wiederverwendet wurden. Was das Movement und die Angriffe angeht, bestehen aber nach wie vor große Ähnlichkeiten zu den Bösewichten aus dem Debut. Was die Bosse von Final Fight 2 angeht, wurden aber leider Rückschritte gegenüber dem Vorbild gemacht. Außer riesigen Lebensbalken gibt es hier keine Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Spezielle Taktiken oder Konter sind nicht mehr notwendig, um Bosse zu besiegen. Eine interessante Neuerung in Final Fight 2 ist, dass erstmalig auch in vertikal scrollenden Stages wie z.B. in Aufzügen gekämpft wird. Final Fight 2 ist kein schlechtes Spiel, verglichen mit dem damaligen Konkurrenten Streets of Rage, zieht es aber den kürzeren.

Final Fight 3 – SNES, Wii Virtual Console (1995)

Nachdem die Mad Gear Gang besiegt wurde, bricht in Metro City ein Bandenkrieg aus, den die Skull Cross Gang für sich entscheiden kann. Diese nutzt prompt Ihre Überlegenheit und befreit mit einer Bombe Anführer Marshal Black aus dem Gefängnis. Glücklicherweise kehrt zur gleichen Zeit Guy in seine Heimatstadt zurück und trifft sich aufgrund der Ereignisse umgehend mit Haggar. Polizistin Lucia und Street Fighter Dean schließen sich dem Duo an, um die Regentschaft der Skull Cross Gang zu beenden.

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Final Fight 3 HaggarFinal Fight 3 bringt einige Innovationen in die Franchise ein. Erstmalig können Attacken aus dem Rennen eingeleitet werden, was das Gameplay beschleunigt und flüssiger wirken lässt. Zudem wurde die Grafik Engine überarbeitet und die Musik Palette ausgebaut. Wie in Super Street Fighter besitzen die Charaktere nun einen Super Balken, mittels welchem Special Moves ausgeführt werden können. Final Fight 3 führt außerdem einen Auto 2P Play Mode ein, der dem Spieler – falls man alleine ist – einen computergesteuerten Kameraden zur Seite stellt.

Das Level Design von Final Fight 3 ist überragend. So muss in einer der Bonusrunden beispielsweise ein Bulldozer zerstört werden, bevor dieser den Spieler von einem Pier wirft und in den Leveln gibt es alternative Wege und Geheimräume. Zudem existieren verschiedene Abspänne, die aus den Entscheidungen des Spielers resultieren. Final Fight 3 war eine der letzten Veröffentlichungen von Capcom für das Super Nintendo und ist heute eines der seltensten Spiele für das SNES.

Charaktere

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