Making Of Street Fighter 2

Street Fighter 2 Championchip Edtion Character SelectErsterscheinung: 1991

Entwickelt von: Capcom

Erhältlich bei: Amazon (Link)

Erwähnenswerte Konkurrenten: Samurai Showdown (Link), Art of Fighting (Link), Killer Instinct (Link)

Wie es Capcom möglich war eines der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten auf ein durchweg durchschnittliches Spiel folgen zu lassen, dürfte den meisten Menschen unbegreiflich sein. Beschäftigt man sich jedoch tiefer mit der Franchise, kommt man schnell darauf das zuallererst das Roster verantwortlich für den Erfolg des Spiels war. Street Fighter 2 bot dem Spieler Charaktere an, die unterschiedliche Stereotypen bedienen, damit jeder Spieler eine Figur wählen konnte, mit der er sich identifiziert. Abseits der Optik verliehen individuelle Hintergrundgeschichten sowie Abspänne den Charakteren weitere Tiefe. Komplettiert wurde das ganze bzw. gänzlich Leben eingehaucht wurde den Figuren durch die prägnanten charakterspezifischen Musikstücke, die absolute Ohrwürmer sind und zur Popularität des Spiels und Rosters beitrugen. Interessanterweise war Street Fighter 2 was diesen Punkt anbelangt, eines der ersten Beat Em Up´s das großen Wert auf die musikalische Untermalung legte. Wobei die Zukunft zeigte, dass sich das auszahlte. Zum einen, da im Internet zuhauf Cover und Remixes der von von Yoko Shomumura komponierten Tracks gefunden werden können, was deutlich macht, dass der Nerv der Spieler getroffen wurde. Zum anderen, da bekannte Kontrahenten wie King of Fighters oder Killer Instinct den Ansatz kopierten und Ihrem Cast ebenfalls charakterspezifische Themes schreiben ließen. Auch technisch gab es keinen Anlass sich zu beklagen. So war die Steuerung zum einen intuitiv bedienbar und zum anderen hochgradig sensitiv und genau. Der Spieler konnte somit, das entsprechende Fachwissen vorausgesetzt, eine breite Palette an Spezialmanövern ausführen.

Street Fighter 2 war das erste Kampfspiel in dem eine Mechanik zum Einsatz kam, die es dem Spieler möglich machte, jegliche normalen Manöver zu canceln, um sofort einen Special Move auszuführen. Interessanterweise war dies keine bewusste Designentscheidung sondern ein Bug, der dem Spiel bzw. dem Kampfsystem mehr Tiefe verlieh und somit dienlich war. Wie wir heute wissen, hatte dieser Bug auf das gesamte Genre einen gewaltigen Einfluss. Denn nahezu jede populäre Franchise macht heute von diesem Feature Gebrauch. In modernen Street Fightern ist es sogar möglich Specials zu canceln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Street Fighter 2 in den Bereichen Design, Akustik und Spielmechanik gewaltigen Einfluss auf das Genre ausübte. Denn Capcom schaffte es als erstes ein kompetitives Kampfspiel zu entwickeln, in dem die direkte Konfrontation der Spieler im Vordergrund steht. Und nicht wie bei beispielsweise IK+ asynchrones Kämpfen oder die Jagd nach Punkten. Stattdessen bot Capcom ein für damalige Verhältnisse komplexes Kampfsystem, in das man sich tief einarbeiten konnte. Der überzeugende Cast aus völlig unterschiedlichen Charakteren sowie der geniale Soundtrack rundeten das Vergnügen ab.

Street Fighter 2 Championchip Edtion Ken

Was folgte?

Street Fighter 2 schlug im Arcade Segment wie eine Bombe ein und wurde zu einem enormen Erfolg. Konsequenterweise folgten zahlreiche Portierungen auf alle gängigen Heimsysteme. Doch auch der Automat wurde mit Updates versorgt und bot natürlich technisch betrachtet das beste Spielerlebnis. Im Heimsegment hingegen überzeugte die Version für das SNES am meisten.

Den zahlreichen Ablegern und Variationen die in den folgenden Jahren folgten, ist es zuzuschreiben, dass Street Fighter 2 bis heute der kommerziell erfolgreichste Titel von Capcom ist. Zwar änderte sich oberflächlich betrachtet bei den meisten der Updates wenig am Spiel. Fans und Presse nahmen jedoch trotzdem jeden der Titel wohlwollend an.

Bereits 1992 folgte die erste Variation des Originals. Diese kam unter dem Namen Champion Edition auf dem Markt und fügte dem Spiel lediglich die Möglichkeit hinzu, dass die Spieler nun auch mit den vier Bosscharakteren spielen können. Bereits wenige Monate später veröffentlichte Capcom das nächste Update. Dieses ist zugleich das letzte Street Fighter 2, dass im Arcade Segment auf dem CP System aufsetzt. Hyper Fighting erhöhte die Spielgeschwindigkeit, führte einige neue Special Moves ein und verbesserte die Balance der Charaktere. 1993 und somit zwei Jahre nach dem Original erschien mit Super Street Fighter 2 der vierte und populärste Ableger von Capcom´s Kassenschlager. Dieser ist zugleich Capcoms erster Titel, der auf dem CP System 2 aufsetzt (dieses bot gegenüber seinem Vorgänger (CPS1) eine höherwertige Grafik- und Soundqualität). Spielerisch betrachtet fallen bei Super Street Fighter 2 als erstes die vier neuen Kämpfer ins Auge. Der Titel brachte jedoch abseits davon auch viele weitere Änderungen am Spiel mit sich, wie beispielsweise ein neues Scoring System und mehr Kostümfarben. Das später folgende Super Street Fighter 2 Turbo führte schließlich die heute so beliebten Super Combos ein.

Wettbewerber

Street Fighter 2 löste einen Boom im Beat Em Up Segment aus. Natürlich lies die Konkurrenz deshalb nicht lange auf sich warten. So schickte SNK mit Fatal Fury, Art of Fighting, Samurai Showdown und King of Fighters gleich vier hochwertige Serien ins Rennen, die seitens der Spielerschar häufig als Klone angesehen wurden, obwohl gerade Samurai Showdown und King of Fighters sich völlig individuell spielen. Samurai Shodown beispielsweise bot der Spielerschar ein dato noch einzigartiges waffenbasiertes Kampfsystem und eine stimmige Atmosphäre, die sich aus der wunderbar miteinander harmonierenden Musik und Grafik ergibt.

Der damalig stärkste Konkurrent dürfte jedoch Midway´s Mortal Kombat gewesen sein. Um Ihr Spiel als eigenständige IP zu etablieren, wurde designseitig etwas komplett neues ausprobiert. Anstatt wie Street Fighter einen Pixellook zu verwenden, wurden Schauspieler engagiert, die digitalisiert für einen realistischeren Look als beim Konkurrenten sorgen sollten. Da Midway schon zuvor Erfahrung mit dieser Technik beim Lightgunshooter Terminator 2 sammelte, gelang es auf Anhieb, mit Mortal Kombat einen optischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erringen.

Auch gameplayseitig wurden andere Wege als bei Street Fighter eingeschlagen. Durch einen höheren Anteil an Gewalt, der durch viel Blut und Fatalities erreicht wurde, war man sich der Aufmerksamkeit des Publikums sicher und besaß zudem im Genre ein Alleinstellungsmerkmal. Während in Street Fighter schlimmstenfalls ein Charakter K.O. zu Boden ging, gab es in Mortal Kombat viele unterschiedliche Möglichkeiten seinen Kontrahenten zu töten.

Kleinere Spieleschmieden wie Team 17 versuchten auch ein Stück vom Kuchen abzukommen. Nur die wenigsten Spieler dürften heute jedoch noch Titel wie Body Blows oder Eternal Champions kennen.

Die Konkurrenz im Überblick. Von Links nach Rechts: Killer Instinct 2, Samurai Showdown 5 und UMK3

KI2 Jago

SS5 Mizuki

Kitana Jax

 

 

 

 

 

Spin-Off´s

Street Fighter Alpha: Warrior´s Dream

Ursprünglich war das Ziel, mit Street Fighter Alpha neue Charaktere einzuführen um somit das Universum der Franchise auszubauen. Um dieses Ziel zu erreichen ist Alpha Story-technisch betrachtet das Prequel zu Street Fighter 2. Spielerisch hingegen ist der Titel seinem „Nachfolger“ in der Zeit voraus. So führte das Spiel neue Features wie den Alpha Counter ein. Street Fighter Alpha 2 setzte darauf auf und führte mit den Custom Kombos ein weiteres sehr komplexes Spielelement ein, dass speziell Veteranen und Profis anspricht.

Street Fighter Alpha 3 Roster

Street Fighter Alpha 3 Stage 2Mit Street Fighter Alpha 3 wurde das Spin-Off letztlich würdig abgeschlossen. Der Titel gilt heute noch als eines der besten Beat Em Up´s aller Zeiten. So kann der Spieler bei jedem Charakter zwischen verschiedenen Kampfstilen wählen, was dem Titel eine enorme Spieltiefe verleiht. Zudem sind im Cast nahezu alle bekannten und beliebten Gesichter der Serie vertreten.

 

 MvS Ryu Ryu war in seiner Jugend ein Schüler des Karate-Stils Ansatsuken, den er im Laufe der Zeit perfektionierte. Sein gesamter Lebensinhalt ist die

Kampfkunst, die Perfektionierung seiner Fähigkeiten und die völlige Beherrschung seines Körpers. Deshalb zieht er als ewiger Wanderer durch die Welt, um würdige Gegner zu finden, die ihn voran bringen.

 Street Fighter 3 3rd Strike Ryu Auch der Amerikaner Ken Masters ist ein Schüler des Ansatsuken. Ryu ist für Ihn zugleich Freund und Rivale. Anders als Ryu stammt Ken aus reichem Hause und ist überheblich und arrogant. Trotzdem ist er ein hervorragender Kämpfer.
 Street Fighter Alpha 3 Stage Edmond Honda wurde von Geburt an auf das Leben als Sumō-Ringer getrimmt. Nachdem er den Yokozuna-Großmeistertitel errang und somit im Sumo nicht weiter voran kommen konnte, beschloss er, sich mit den Meistern anderer Kampfsportarten zu messen, um Sumō mehr Anerkennung zu verschaffen.
 Street Fighter 2 Championchip Edtion Ken Colonel Guile dient in der Airforce und nimmt am Turnier Teil um sich an M.Bison für den Tod seines Freundes Charlie zu rächen. Dieser wurde zusammen mit Guile von Bison gefangen genommen, überlebte aber die folgende strapaziöse Flucht aus dem Gefangenenlager nicht.
 Street Fighter 2 Championchip Edtion Blanka Blanka ist halb Mensch, halb Tier, besitzt grüne Haut, rote Haare und lebte im Regenwald Brasiliens, bis er sich zum respektablen Kämpfer in Straßenkämpfen mauserte. Schließlich stellte sich heraus, dass Blanka als Kind mit dem Flugzeug abstürzte und fortan alleine im Dschungel aufwuchs.
 Dhalsim Bison Yogameister Dhalsim ist eigentlich Pazifist. Er nimmt jedoch am Turnier teil, um Geld für sein armes Dorf in Indien zu sammeln.
 Street Fighter Die undercover-Interpol Agentin Chun-Li nimmt am Street-Fighter-Turnier teil, um den Mord an Ihrem Vater zu rächen. Dieser war ebenfalls Geheimagent, wurde jedoch von Bison enttarnt und getötet.

Sie arbeitet mit Guile zusammen.

 Zangief Feilong Zangief ist Russlands mächtigster Wrestler und zugleich Patriot. Er nimmt am Turnier Teil, um im Kampf Ruhm für sein Land zu erringen.
 Sagat Balrog Balrog war einst Boxweltmeister im Schwergewicht. Aufgrund seiner brutalen Kampfart und Missachtung der Boxregeln wurde er lebenslang verbannt und der tumbe Boxer wurde zum Schläger für Shadaloo. In der japanischen Version, fungierte Balrog dato als M.Bison, was im Westen jedoch geändert wurde, um namentliche Ähnlichkeiten mit einer gewissen realen Person auszuschließen.
 Vega Bison Wie Balrog ist Vega ein Opfer von Namensänderungen in der westlichen Version des Spiels. Der Storyline zufolge ist der schöne Spanier eingebildet und selbstsüchtig, weshalb er stets mit Maske kämpft, um sein Antlitz zu schützen. Er verachtet alles hässliche und arbeitet als Attentäter für Bison.
 Sagat Balrog Sagat war einst der „König der Street Fighter“ und wurde in Thailand als Gott des Muay Thai verehrt. Nachdem er Ryu in einem harten Kampf unterlag, entschloss er sich für Bison als Leibwächter zu arbeiten und schwor Ryu ewige Rache. An den Kampf von einst wird er Tag für Tag durch eine riesige Narbe auf seinem Torso erinnert.
 Dhalsim Bison Der geheimnisvolle Bison besitzt aufgrund von Psycho Power übermenschliche Kräfte. Diese nutzte er um mit Shadaloo ein weltweit operierendes Verbrechersyndikats zu schaffen, das seinen Sitz in Thailand hat.
 Zangief Feilong Fei-Long war der erste Charakter des Spiels, der spielerisch gesehen starke Ähnlichkeit zu einem reellen Kampfstil aufweist. Oberflächlich betrachtet, verkörpert die Figur den typischen Kung-Fu Stereotypen.
 T-Hawk Kickboxer Dee Jay gehört zu den meistgehassten Figuren der Franchise und ist der erste Charakter der von Capcom US designt wurde.
 Street Fighter Alpha 3 Stage 2 Geheimagentin Cammy arbeitete ursprünglich für den MI6. Shadaloo nahm sie jedoch gefangen und und verpasste Ihr eine Gehirnwäsche. Fortan arbeitete sie als Attentäterin für Bison. Cammy ist ein guter Allround Kämpfer und speziell für Anfänger geeignet, da Ihr Move-Repertoire relativ einfach anzuwenden ist.
 T-Hawk Indianer T-Hawk wurde mit seinem Stamm von Shadaloo vertrieben. Seitdem sucht er nach einem Weg, sein Land zurückzugewinnen. Obwohl man aufgrund der Größe von T-Hawk annehmen könnte, das es sich bei der Figur um einen Grappler handelt, ist T-Hawks Move-Repertoire nicht zwingend auf Griffe zugeschnitten.

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